Der absurde Versuch des Islams die alten Gestalten der Bibel für sich zu beanspruchen  

Von Laila Mirzo

Jeder Mensch kommt als Moslem auf die Welt. Sie, ich, ja sogar der Papst und natürlich auch alle Rabbiner. Jeder ist von Geburt an Moslem, bis es die Eltern gründlich vermasseln, indem sie uns jüdisch erziehen, uns taufen lassen oder noch schlimmer, uns erzählen, dass es keinen Gott gibt. Der Islam ist die einzige legitime Ordnung, alle anderen Religionen sind Abweichungen und von Menschen konzipierte Irrlehren – so das gängige Narrativ in der islamischen Welt.

Mit Adam, dem Menschenvater und erstem Propheten des Islam, begann die Kette der Gesandten Allahs. Nach islamischer Vorstellung war jeder einzelne von ihnen – Abraham, Noah, Mose und Jesus – Muslime. Doch die Menschen verdrehten die Lehre von dem einen Gott, brachen seine Gesetze oder stellten ihm einen Sohn und einen Heiligen Geist zur Seite. Aus diesem Grund entsandte Gott letztendlich Mohammed, um die korrumpierten Lehren der Christen und Juden zu „korrigieren“.

Jeder wird nach islamischer Vorstellung „als Moslem geboren“
Wenn also ausnahmslos jeder Mensch als Moslem geboren wird, während das Judentum und das Christentum Initiationsriten haben, wie die Beschneidung und die Taufe, hat der Islam durch seinen Besitzanspruch einen erheblichen „Wettbewerbsvorteil“ gegenüber den anderen Schriftreligionen.

Würde sich dieser Besitzanspruch auf die spirituelle Ebene beschränken, könnte man sich als aufgeklärter Mensch davon distanzieren oder den Islam einfach ignorieren. Doch dieser absolutistische Hoheitsanspruch auf die Propheten und gegenüber den anderen Religionen hat eben auch ganz konkrete Auswirkungen auf das Existenzrecht Israels.

Wenn Abraham, Mose und David Moslems waren, dann hat es das Judentum nie gegeben. Und ohne eine jüdische Geschichte gibt es auch keine jüdische Zukunft. Mit einem Schlag würde das Fundament Israels in den Augen seiner Kritiker zerbröseln.
Diese gefährliche Behauptung spricht dem jüdischen Volk seine gesamte Existenzgrundlage ab. Das Judentum wäre nur noch eine Legende, eine dreitausend Jahre währende Falsch-Interpretation des Islam. 

Der Islam würde beenden, was Eichmann und Himmler angefangen hatten. Die Welt wäre judenfrei und dies ohne einen einzigen Tropfen Blut zu vergießen. Wenn jeder Mensch ein Moslem ist, dann gibt es keine Juden mehr.
Es gibt einige, die diese brandgefährliche Denkweise verharmlosen wollen und erklären, der Begriff „Moslem“ würde doch „Gottergebener“ bedeuten und dies treffe ja auf alle Propheten der monotheistischen Religionen zu. Die sprachliche Semantik stimmt zwar, aber unter der Hand weiß man, wie es gemeint ist. Hier geht es nicht um die Gottergebenheit der Gläubigen, sondern um den Hegemonialanspruch des Islam. Die Behauptung, Abraham und Moses seien Moslems gewesen, ist nach der Holocaustverleugnung eine höchst demagogische Aussage!

Der gefährliche islamische Kulturimperialismus
Der Islam betreibt mit seinem Hoheitsanspruch auf Religion, Gesellschaftsordnung und Rechtsprechung einen aggressiven Kulturimperialismus. Er „enteignet“ quasi das Judentum und das Christentum, entreißt ihnen ihre religiöse Souveränität und macht sie damit obsolet. Dabei beherrscht er die Rolle des Opfers in Perfektion, indem er stets mit dem Finger auf das „imperialistische Israel“, mit dessen „großen Bruder“ USA deutet.

Als meine Familie und ich Syrien verließen und nach Deutschland kamen, war ich wohl eines von nur ganz wenigen 11-jährigen Kindern, denen das Wort „Imperialismus“ geläufig war. In Syrien wurde es in einem Atemzug mit Israel verwendet. Die „zionistischen Imperialisten“ hier, das „imperialistische Weltjudentum“ da. Es wurde einem förmlich eingeklopft, dass Israel die eigene Heimat beanspruchen würde, wenn man denn nicht dagegenhalten würde. Besser sie von der Landkarte wischen, als dass sie uns von der Landkarte wischen – denken viele, und so gedeiht der Judenhass von Gaza bis Teheran.

Islam ist das Gegenteil von Multikulti
Doch was ist mit dem islamischen Imperialismus? Im selben Maße wie der Islam alles Weltliche und Spirituelle für sich beansprucht, mit derselben Vehemenz wird er auch alles andere einfordern. Er wird kein Halt machen vor der Demokratie. Er wird nicht Halt machen vor dem Rechtsstaat. Jahr für Jahr wird er die Saat der Scharia in den Acker einpflügen, bis wir eine islamische Monokultur haben, wo die Scharia das Maß aller Dinge sein wird.
Die Religionsfreiheit ist bis dahin derart verwässert, dass sie Andersgläubigen kaum mehr Schutz bieten wird. Die Grundrechte dermaßen ausgehöhlt, so dass sich keiner mehr öffentlich trauen wird zu sagen, ich bin ein Mann und ich liebe einen Mann! Es wird nicht mehr viel übrig sein von der Vielfalt. Und wer meint, dies sei eine undifferenzierte oder unqualifizierte Behauptung, der mag doch bitte einen Blick in das Portfolio der Länder werfen, in denen der Islam bereits Staatsdoktrin ist. In welchem dieser Länder würden Sie gerne leben?

Wo sind die Juden Iraks, Syriens oder Marokkos? Wie geht es den Kopten in Ägypten? Sie werden durch Demütigung und Gewalt aufgerieben, während man hier in Deutschland von „kulturell bedingten“ Straftaten spricht und die Verbrechen gegen Frauen, Juden und Homosexuelle relativiert. Wir erleben keinen reformierten „Euro-Islam“, sondern werden von Tag zu Tag Zeugen eines islamkonformen West-Europas.

In seinem 1961 erschienenen Manifest gegen den Kolonialismus „Die Verdammten dieser Erde“ beschreibt der französische Psychiater und Vordenker der Entkolonialisierung, Frantz Fanon, den „unblutigen Völkermord“, der mit Hass und dem Beiseiteschieben der heimischen Kultur und Identität, selbige auslöscht.

Laut Fanon werden bei den Kolonialisierten durch „Herabsetzung und Nachahmungsgebot, das Selbstbewusstsein und die soziale Solidarität zerstört“ und dies führe dann zu „Selbstverachtung und Entfremdung“. Ist Deutschland die neue Kolonie islamischer Einwanderer? Wenn man genau hinschaut, mag man schon erste Anzeichen eines Kniefalls erkennen. Die Verbannung jüdischer und christlicher Feste aus Schulen und Kindergärten, das retuschieren der Kreuze auf Produktverpackungen durch den Discounter Lidl, die Boykottaufrufe gegen israelische Waren und nicht zu vergessen, das Schrumpfen des Aktionsradius für praktizierende Juden. 

Statt diese Missstände zu thematisieren und die selbsternannten Vertreter in die Pflicht zu nehmen, werden die islamischen Dachverbände von unserer Regierung nach jedem islamistischen Terrorakt förmlich „getröstet“. Aber was will man schon von Politikern erwarten, die sich selbst als „Freunde der Fatah“ bezeichnen?

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